Ein duftendes Wunder zum 80. Jubiläum: Wie Herzogenaurachs Kräuterfeen der Hitze trotzten
Seit Jahrzehnten ist das Binden und Segnen der Kräuterbuschen an Mariä Himmelfahrt ein fester, tief verwurzelter Anker im Herzen des Herzogenauracher Frauenbundes. Doch im stolzen Jubiläumsjahr zum 80-jährigen Bestehen der Gemeinschaft stand die geliebte Tradition plötzlich auf Messers Schneide. Die unbarmherzige Sommerhitze hatte die Natur gezeichnet: Das Johanniskraut war an den altbekannten Sammelplätzen längst verblüht, der Rainfarn statt gelb braun versengt und der lilane Blutweiderich an den ausgetrockneten Gewässern pure Mangelware. Eine Woche vor dem Feiertag befürchtete Organisatorin Christina Dassler vom Teamvorstand, dass die Körbe in diesem Jahr leer bleiben würden.
Doch was dem einen das Gottvertrauen, ist der KDFB-Frau das unerschütterliche Vertrauen in ihre Gemeinschaft. Statt aufzugeben, verwandelten sich die Frauen in aufmerksame Kräuterfeen. Tagelang fuhren sie mit offenen Augen bei Spaziergängen und Radausflügen durch die Landschaft, spürten verborgene, blühende Oasen auf und sammelten die Schätze der Natur in großen Mörtelkuften. Andere plünderten kurzerhand die eigenen Gärten, schnitten Rosmarin, Beifuß sowie Essigkraut oder steuerten längst getrockneten Lavendel und goldene Ähren bei – als tiefes, symbolisches Dankeschön für die Ernte und das tägliche Brot.
Die Kräuterbuschen spiegeln sich in der alten Legende wider, nach der das Grab Marias drei Tage nach ihrer Aufnahme in den Himmel statt eines Leichnams einen köstlichen Wohlgeruch aus wundersamen Heilkräutern, Lilien und Rosen verströmte. Passend zum runden Geburtstag wählten die Frauen in diesem Jahr die Rose – das Symbol der Gottesmutter – als strahlenden Mittelpunkt ihrer Buschen. Binnen zweier Stunden intensiven, gemeinsamen Schaffens entstanden so besonders farbenfrohe Kunstwerke, die nach getaner Arbeit traditionell bei Kaffee und süßem Nusszopf gefeiert wurden.
Am Festtag fuhr Christina Dassler schließlich mit einem Auto voller Pracht zu Kirche: Ein herrlicher Duft und ein Meer aus Farben erfüllten die Kirche St. Magdalena. Pfarrer Michael Pflaum zeigte sich zutiefst begeistert von der lebendigen Farbenpracht vor dem Altar und sprach den feierlichen Kräutersegen. Im Gegensatz zu den vertrockneten Wiesen der vergangenen Wochen erblühte in der Kirche an diesem Tag die gebündelte Kraft der Natur und der unschlagbare Zusammenhalt einer großartigen Gemeinschaft.
"Maria, ich sehe dich in 1000 Bildern"
Mittwoch, 6.Mai - 18 Uhr - St.Magdalena
"Mit Maria auf Achse"
Dienstag, 19.Mai - Haundorf
Entdecken Sie Herzogenaurach neu – bei einem inspirierenden literarischen Spaziergang am 23.April - 18 Uhr
Nun heißt es für den KDFB bis zum Jahresende weiterfeiern. Herzliche Einladung an alle Interessierten zu den kommenden Veranstaltungen im Jubiläumsjahr.
Wir freuen uns über alle, die bei uns mal reinschnuppern wollen, die eigene Ideen mitbringen und Teil unserer Gemeinschaft werden wollen, die stärkt und trägt.
PRESSEARTIKEL - 22.Januar 2026
1946 als Netzwerk gegründet und feiert das ganze Jahr bei ihren Veranstaltungen
Ein Kraftort für die 135 Frauen, die Mitglied sind, ein Netzwerk mit spirituellen, politischen, sozialen und gesellschaftlichen Seiten, feiert im Jahr 2026 das 80-jährige Bestehen seit Neugründung 1946 auf lokaler Ebene: der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) in Herzogenaurach. Mit einem Festgottesdienst in St. Magdalena am Sonntag, 1. Februar began der Jahreskreis mit einer Vielfalt von Veranstaltungen – im Jubiläumsjahr besonders liebevoll gestaltet. [Weiterlesen]
Engagiert – kreativ – nachdenklich – politisch – mutig – vielfältig – fordernd – aktiv
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